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17.10.2018

Eine Lastwagenladung Plastik pro Minute landet im Meer


Müll kommt vom Land ins Meer und wird zum Teil wieder angespült. Zum Großteil bleibt es aber im Wasser - und zwar für immer.

Einwegplastik ist der größte Auslöser für unser heutiges Plastikproblem.

Geisternetze, die in den Meeren treiben, sind auch für die Eisstrumvögel oft eine tödliche Falle, auch wenn sie gerne als Baumaterial für den Nistplatz genutzt werden.

Plastik in unterschiedlichsten Varianten ist mittlerweile bis in die Tiefen unserer Ozeane aufzufinden - auch als Mikroplastik.

Eine Lastwagenladung Plastik pro Minute landet im Meer

Schätzungen zu Folge landen global  jährlich 4,8 bis 12,7 TONNEN Plastikmüll in unseren Ozeanen. Das entspricht der bereits erwähnten Lastwagenladung pro Minute. Oder jährlich der Masse von 800.000 und 2,5 Millionen Elefantenbullen. Doch wie kann es sein, dass mittlerweile in fünf großen Müllstrudeln auf den ersten Blick mehr Plastikmüll als Fische schwimmt - Tendenz steigend? Das Problem ist umfassend und wir sind alle dafür mitverantwortlich – auch wenn wir hier weit weg von unseren Weltmeeren leben.

Warum schwimmt so viel Plastik im Meer?

Einwegplastik und fehlende Infrastruktur

Eines der größten Probleme stelle die massenhafte Verbreitung von Einwegplastik und die an vielen Stellen nicht vorhandenen Recyclingstrukturen dar. In Schwellen- und Entwicklungsländern wird weniger als 50% des anfallenden Abfalls fachgerecht entsorgt, gesammelt und recycelt, da dies aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht umsetzbar ist. Es fehlt schlichtweg an der nötigen Infrastruktur. Auch große Konzerne, die dort für die Verbreitung von Plastikverpackungen und somit die Plastikflut mitverantwortlich sind, sehen sich nicht in der Pflicht, hier aktiv werden zu müssen. Somit türmt sich der Müll also an Land – von wo er massenhaft ins Meer gelangt.

Schiffsverkehr

Die „schnelle Müllebeseitigung“ auf hoher See ist für Schiffe natürlich eigentlich verboten. Leider halten sich immer wieder Schiffsbesatzungen nicht an dieses Gesetz.  Doch auch unbewusst kommt es durch Fischerboote zu Plastikerschmutzung im Meer. Es kommt immer wieder vor, dass sie ihre Netze verlieren, die dann als sogenannte „Geisternetze“ in den Meeren treiben. Dort tragen sie nicht nur zur weiteren Verschmutzung bei, sondern sind auch für Meerestiere häufig eine tödliche Falle. Schätzungen zufolge stammt bis zu ein Zehntel des heute im Meer vorkommenden Plastikmülls aus der Fischerei.

Müllexport

Deutschland recycelt nicht seinen kompletten Müll. Wir verkaufen auch einen Teil unseres Plastikmülls in andere Länder. Was weiter mit dem Müll passiert, liegt dann nicht mehr in unserer Hand. Somit ist es durchaus möglich, dass auch Dein – von Dir eigentlich recyceltes -  Plastik im Meer landet. Ganz ohne Dein Wissen.

Mikroplastik aus Kosmetikartikeln

Das Plastik in unserer Umwelt zerfällt durch Umwelteinflüsse zu sogenanntem „sekundären Mikroplastik“und führt dort zu massenhaften weiteren Problemen. Doch oft muss das Plastik gar nicht erst zerfallen, um als Mikroplastik in Boden, Wasser, Wassertieren und am Ende vielleicht sogar wieder auf unserem Teller zu landen. Viele unserer täglich genutzten Cremes, Shampoos, Duschgele etc. enthalten ganz bewusst Mikroplastik (als Filmbildner, Peelingeffekt, Füllstoff usw.). Da es sich von unserere Kläranlagen nur schwer herausfiltern lässt, gelangt es beinahe vollständig in die Gewässer.

Warum der Eintrag des Plastiks in die Umwelt nicht nur ein „kosmetisches Problem“ ist, erfährst Du in unserem nächsten Blog.

 

 

 

 

 

 

 

 


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