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17.10.2018

Mikroplastik im Meer, im Fisch, auf dem Teller


Auch in Plastikartikeln für Babies und Kleinkinder wurde Bisphenol A nachgewiesen.

Stoffe in Plastikartikeln stehen in Verdacht, an der Entstehung der sogenannten "Kreidezähne" beteiligt zu sein.

Ebenfalls die Entstehung von Übergewicht könnte mit hormonell wirksamen Stoffen in Plastik zusammenhängen.

Bei Babies und Kleinkindern ist die mögliche Fehlentwicklung des Gehirns eine ernstzunehmende Gefahr.

Studien deuten darauf hin, dass die steigende Anzahl von Unfruchtbarkeit ebenfalls auf hormonell wirksame Substanzen in Plastikartikeln zurückzuführen ist.

Was ist eigentlich Mikroplastik?

Kunsstoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern bezeichnet man als „Mikroplastik“. Plastik ist nicht biologisch abbaubar. Das bedeutet, dass sich Kunsttoff zwar zersetzt  - zu winzigen Teilchen, die mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind - aber dauerhaft in der Umwelt als Plastik verbleibt.

Zum einen enthält es oft bereits potentiell gefährliche zugesetzte Stoffe wie Flammschutzmittel, Weichmacher und ähnliches, zum anderen ist es in der Lage, Gifte aus der Umwelt aufzunehmen. 

„Jedes kleine Stück Kunststoff, das in den letzten 50 Jahren hergestellt wurde, und ins Meer gelangte, ist dort immer noch irgendwo.”

Tony Andrady, amerikanischer Chemiker des Research Triangle Institute 

Es ist nicht mehr aus der Umwelt zu entfernen und wird dort von unterschiedlichen Organismen aufgenommen. Mikroplastik wurde bereits in Seehunden, Fischen, Muscheln, kleineren Organismen sowie in Stuhl und Blut von Menschen nachgewiesen. 

Mikroplastik und Schadstoffe können auf unterschiedliche Arten in unseren Körper gelangen:

  • direkte Aufnahme über Kosmetikartikel
  • Aufnahme über Wasser
  • Aufnahme über tierische Lebensmittel (wie die bereits oben erwähnten Fische, Muscheln, etc.)
  • Aufnahme über Lebensmittel, die Schadstoffe aus der Verpackung aufgenommen haben (je höher der Fettgehalt des Lebensmittels, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Schadstoffe von der Verpackung darauf übergehen)

Die damit aufgenommenen Schadstoffe, die im Magen-Darmtrakt wieder freigesetzt werden können, stehen im Verdacht, an der Entstehung von verschiedenen Krankheiten beteiligt oder der Auslöser sein zu können.

Zu den Krankheitsbildern, bei denen Mikroplastik als möglicher Auslöser fungieren könnte gehören unter anderem:

„Kreidezähne“

„Kreidezähne“ stellen eine Störung der Mineralisation des Zahnschmelzes dar, die zumeist mit dem Durchbrechen der ersten bleibenden Zähne auffällt. Aber auch die Milchzähne können bereits erste Anzeichen für Kreidezähne zeigen. Hierei sind die Backen- und/oder Schneidezähne der betroffenen Kinder sehr weich, porös und gelb oder bräunlich verfärbt. Der Zahnschmelz platzt beim Kauen ab und die Zähne scheinen regelrecht wegzubröseln. Da der schützende Zahnschmelz fehlt, können solche Kreidezähne äußerst schmerzempfindlich sein und sehr sensibel auf Hitze, Kälte und Zähneputzen reagieren. Der fehlende Zahnschmelz hat darüber hinaus zur Folge, dass die Zähne stark anfällig für Karies sind.

Hormonstörungen

Bisphenol A und S gehören zu den Stoffen, die als hormonell wirksam eingestuft werden. Es findet sich zum Beispiel als Beschichtung auf Thermopapier für Kassenzettel, weshalb diese auch nie im Altpapier landen sollten. Aber auch andere  - häufig unserem Plastik zugesetzte Stoffe, stehen im Verdacht, auf unser Hormonsystem Einfluss nehmen zu können. Eine zunehmende Menge an übergewichtigen Menschen, immer häufiger zu beobachtende Unfruchtbarkeit oder auch Schilddrüsenerkrankungen könnten unterschiedlichen Forschungen durch diese Stoffe mit ausgelöst werden. Aus diesem Grund ist seit 2015 in Frankreich die Herstellung sowie der Import/Export von Lebensmittelverpackungen, die Bisphenol A enthalten, verboten. Ebenfalls ist der Stoff in Babyfläschchen innerhalb der EU verboten.

Tatsächlich deuten mittlerweile zahlreiche Studien darauf hin, dass BPA:

  •   Eine nervenschädigende Wirkung haben und die Entwicklung des Gehirns beeinflussen kann.
  •   zu einem höheren Gewicht der Prostata führen kann.
  • die Spermienproduktion verschlechtern und zu Unfruchtbarkeit führen kann.
  • bei der Entstehung von Krebserkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit oder Herzkreislauferkrankungen beteiligt sein oder diese auslösen kann.
  • Für Komplikationen in Schwangerschaft/bei Geburt/bei Kindern verantwortlich sein kann (niedriges Geburtsgewicht, Fehlbildungen an männlichen Genitalien, verändere Verhaltensentwicklung, irreversible Schädigung der Reifung des Gehirns bei Ungeborenen und Kleinkindern)
  • Laut Molekularbiologin Patricia Hunt das Erbgut stören bzw. sogar verändern kann.

Nach der öffentlichen Kritik und den ersten Verboten haben die Hersteller reagiert und BPA ersetzt: mit dem Stoff „Bisphenol S“. Doch auch dieser Stoff stehe mit ähnlichen negativen Auswirkungen auf den Körper in Zusammenhang wie Bisphenol A. 

Auch Phthalate stehen im Verdacht:

  • Einfluss auf unser Hormonsystem zu haben.
  • Die Entstehung von Übergewicht zu fördern.
  • Asthma, Krebs, Allergien, Funktionsstörungen im Gehirn auszulösen.
  • Ein Grund für Frühgeburten sein zu können.

 

Wie kann man also vermeiden, mit diesen Stoffen in größeren Mengen in Berührung zu kommen und sie aufzunehmen? Dazu berichten wir Euch in unserem nächsten Blog-Eintrag!

 

Quellen:

www.welt.de/gesundheit/article117122947/Bisphenol-A-geraet-ueber-den-Mund-direkt-ins-Blut.html

„Plastik im Blut, Wie wir uns und die Umwelt täglich vergiften.“,  Heike Schröder , ISBN: 3867312001

www.wiwo.de/technologie/forschung/bisphenol-a-in-unserem-blut-fliesst-plastik/9002916.html

 

www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/achtung_plaplas_broschuere.pdf

 

www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2018/09/bpa-frei-ist-kein-garant-fuer-sicheres-plastik

 

 

 

 


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