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17.08.2018

Entschleunigte Welten - Kunstwerke der Zukunft


Nachhaltigkeit unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur und Vorwissen zugänglich machen – das funktioniert mit Kunst. Darum haben sich 2018 insgesamt 21 Akteure der Umweltbildung am bayernweiten Projekt „KunstWerkZukunft – Natürlich nachhaltige Lebensstile“ beteiligt.*) Die dabei durch Jugendliche entstandenen Kunstwerke regen zum Nachdenken an.

Ein Beispiel sind die zwei außergewöhnlichen Kunstwerke, die regionale Künstler*innen aus Unterfranken gemeinsam mit Schüler*innen unter Anleitung des UmweltBildungsZentrums Oberschleichach (UBiZ) und des Walderlebniszentrums (WEZ) Gramschatzer Wald im Projekt „Von der Beschleunigung zur Entschleunigung - Nachhaltig im Gleichgewicht“ erschaffen haben.

Beschleunigung begegnet uns immer und überall, jeden Tag aufs Neue. Wer langsam ist, wird von der Gesellschaft abgehängt. Schule, Studium, Ausbildung, Beruf - ein entschleunigtes Leben, eine Work-Life-Balance ist unter gegebenen gesellschaftlichen Voraussetzungen kaum mehr möglich. Daher fokussierte sich das UBiZ gemeinsam mit seinem Kooperationspartner WEZ auf das Thema Entschleunigung.

 

Projektteil I „Von der Beschleunigung zur Entschleunigung“

Unter Begleitung des UBiZ-Teams und der Achtsamkeitstrainerin Julia Schmitt erarbeiteten sich Haßfurter Schüler*innen das Thema Entschleunigung. Danach ging es mit den Künstler*innen – Barbara Gröhling, Bert Niklaus und Karin Hommert – in die Praxis: Die Jugendlichen waren sich schnell einig: Es soll ein Schiff werden! Eins, das mit dem Strom schwimmt, getrieben von gesellschaftlichen Verpflichtungen, denen wir unterworfen sind. Doch es war auch klar: Das Schiff „BEN“ (Beschleunigung Entschleunigung Nachhaltigkeit) muss zwei Seiten haben, eine aus künstlichem Material, wie Plastik, und eine aus natürlichem, wie Holz, denn das Schiff soll auch den Weg in die Entschleunigung und Nachhaltigkeit aufzeigen. Um die zwei gegensätzlichen Seiten des Schiffes noch besser darzustellen, schrieben die Schüler*innen auf den Schiffsboden der Plastikseite das Wort „Beschleunigung“ und auf die Holzseite „Entschleunigung“. Dann sammelten sie alle Zitate und Sprüche zur Thematik: „In der Ruhe liegt die Kraft“ oder „Abwarten und Tee trinken“ stehen nun „Von nichts kommt nichts“ und „Den Letzten beißen die Hunde“ gegenüber. Auch ein Segel aus Stoffresten, mit dem man jederzeit die Richtung ändern kann, setzten sie.

 

Projektteil II „Nachhaltig im Gleichgewicht“

Der Fokus der Würzburger Schüler*innen lag auf der Beziehung zwischen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft. Künstlerin Maja Issing setzte mit den Jugendlichen das Kunstwerk „Welt in Balance“ um. Dafür machten die Schüler*innen Fotos in und von der Natur, die in das Gesamtkunstwerk integriert wurden. Die „Welt in Balance“ ist eine Halbkugel bestehend aus diversen dreieckigen Plexiglasscheiben, teils verspiegelt, teils mit den Naturmotiven der Jugendlichen bedruckt, die den Menschen bewusst macht, worauf es in naher Zukunft ankommt: ein Gleichgewicht zu finden zwischen wirtschaftlich-ökonomischem Ermessen und nachhaltigem Naturschutz. Das Kunstwerk lässt vieles offen, führt die Betrachter*innen aber unweigerlich dazu, ihre(n) eigenen Lebenszusammenhang mit dem Weltzusammenhang in Verbindung zu bringen, sich selbst darin zu spiegeln und so zu reflektieren.


Beide Kunstwerke waren im August 2018 auf der Landesgartenschau in Würzburg ausgestellt. Dort konnte jeder seine Gedanken verewigen und in einem Briefkasten hinterlassen. Gleiches galt für die Ausstellung im Lehrgarten des UBiZ im Oktober und November 2018. Im Jahr 2019 werden die Kunstwerke ab April im WEZ Gramschatzer Wald zu bestaunen sein. Auf Balancebrettern betrachtend kann dann jeder für sich herausfinden mit welcher Seite von „BEN“ man sich mehr identifiziert und ob man - wie die „Welt in Balance“ - sein inneres Gleichgewicht bereits gefunden hat.

 

Anmerkung
*) „KunstWerkZukunft“ war eine Aktion von Trägern des Qualitätssiegels „Umweltbildung.Bayern“ und von Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert. Mehr dazu: www.kunstwerkzukunft.de


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